12mal ging der Vorhang auf

Die 6. “Offene Bühne Braunschweig” ist gelaufen und zog knapp über 100 Besucher in die Kaufbar an der Helmstedter Straße. Ganze 12mal öffnete Dieter, der diesmalige Moderator des Abends, den roten (Dusch-)Vorhang. Neue und altbekannte Gesichter betraten die Bühne um ihre Liedchen zu schmettern oder sich gar als Stand-Up-Comedian zu versuchen. Ganze 3,5 Stunden durften sich die Bewohner der umliegenden Häuser an einer musikalischen, künstlerischen und applaudierenden Geräuschkulisse erfreuen.

Bild und Ton folgt bald schon!

5 Kommentare zu “12mal ging der Vorhang auf”

  1. mel  on Juli 2nd, 2009

    Ich bin gespannt, mein Freund! Habe heute mit der Kaufbar gesprochen, sie werden jetzt die Pinkelbecken tiefer hängen, damit gewisse Probleme nicht mehr auftreten…

  2. Adrian  on Juli 2nd, 2009

    Liebe Braunschweiger Musiker_Innen und Zuschauer_Innen!

    “Aus Göttingen” bedankt sich für einen wundervollen Abend mit viel Kreativität und Musik. Eure Offene Bühne ist ein tolles Ereignis, und wir haben es sehr genossen, wie aufmerksam und konzentriert bei Euch den Musiker_Innen auf der Bühne zugehört wird. Gerne wieder!

    Für mich der einzige Wermutstropfen: sexistische und unlustige Possenreißerei (ich weigere mich sogar, es Comedy zu nennen) auf der Bühne. Ich finde, dass eine offene Bühne zwar eine Plattform für jede(n) darstellt, und Zensur das Letzte ist, was wir wollen (insofern soll natürlich niemand von vorne herein ausgeschlossen werden)- aber immerhin das Publikum hat die Macht, sich nicht nur klatschend und bejahend, sondern auch negativ, buhend oder durch Zurufe zu dem zu äußern, was auf der Bühne passiert. Und wenn jemand auf der Bühne eine unlustige, dermaßen frauenfeindliche, noch unter Stammtisch-Niveau liegende Sexismus-Kacke vom Stapel lässt wie Herr Müller, dann sollte man das nicht stillschweigend hinnehmen (man munkelt, dem guten Herrn sei bei einem Auftritt in Gifhorn oder Umgebung auch kürzlich reichlich der Kopf gewaschen worden- anscheinend hat er es nicht verstanden).

    Also auch wenn ich sehr begrüße, dass ihr alle ein sehr tolerantes und akzeptierendes Publikum seid (was an sich eine tolle Stimmung schafft, und sehr ermutigend wirkt, sich auf die Bühne zu trauen), muss bei so etwas eine Grenze gezogen werden. Und ich habe während des Auftrittes von Herrn Müller viele gesehen, die peinlich berührt zu Boden geblickt haben, oder verblüfft guckten, was dieser Mann auf der Bühne, der anscheinend in einer Mischung aus später Midlife-Crisis und überkompensiertem Penis-Minderwertigkeitskomplex zu leiden scheint, so erzählt. Warum nicht laut werden? Die Palette ist weit: Störende laute Gespräche, „Unlustig“-Rufe, kleine Sprechgesänge, oder am besten eine laute und offene Diskussion darüber, dass diese überaus unangenehme Form von Macho-Selbstdarstellung in einer zunehmend emanzipierten Gesellschaft keinen Platz hat. Jedenfalls hoffentlich in Zukunft nicht mehr auf euer Offenen Bühne!

    Um meinen Kommentar positiv zu beenden (denn es war ansonsten ein wirklich schöner Abend): Ihr seid alle herzlich eingeladen, am Samstag Abend zur Offenen Bühne beim Sommerfest des KABALE in Göttingen anzureisen!

    Beste Grüße,
    Adrian

  3. mel  on Juli 3rd, 2009

    Sehr wahr, mein Bruder. Allerdings muss ich folgendes hinzu fügen:
    1) Ein beschämtes Zu-Boden-Schauen von Publikums-Seite aus müsste doch eigentlich ein sehr sehr deutliches und AKTIVES Zeichen für jemanden auf der Bühne sein. Zumindest, wenn es wirklich ALLE machen. Wie ja der Fall.
    2) Herr Müller hatte seine Chance und ich finde es von der Kaufbar sehr tolerant, dass sie ihm diese gelassen hat. Mir kam es nicht so vor, als wenn ER hinterher viel Lust gehabt hätte, zu bleiben (oder hat ihn noch jemand gesehen?)
    3) Chance gehabt ist gut und fair und richtig. Sollte ER mit neuen “Witzen” dieser Art zurück kehren, wird es ganz bestimmt nicht noch einmal so sein, dass wir uns nur still in uns hinein schämen!

    An sich befürworte ich sehr, dass unsere offene Bühne einer der wenigen Orte ist, an denen Menschen sich noch ausprobieren dürfen und sogar offiziell aufgefordert sind, dies zu tun!

  4. Adrian  on Juli 3rd, 2009

    Lieber Bruder! Liebe Alle!

    Ich stimme zu, dass es unglaublich wichtig ist, Orte zu schaffen, an denen Menschen aufgefordert sind, sich auszuprobieren. Orte, an denen wenig Zwänge herrschen, und viel Akzeptanz und Toleranz. Allerdings kommt man dabei auch zu der alten Frage: Geht Toleranz so weit, dass man Intoleranz toleriert? Ein FREIRAUM soll jedem und jeder die Chance geben, sich selbst auszuprobieren- aber nur so weit, wie es nicht auf Kosten anderer geht! Und die Witze von Herrn Müller gingen auf Kosten der Frauen, die da waren (oder zumindest gegen sein Konzept von Frau), und schränkt dadurch andere Menschen ein, sich in diesem Raum wohl zu fühlen. Und damit verletzt er die Regeln eines freien Raumes, und sollte gerade zur Aufrechterhaltung der freien, akzeptierenden Athmosphäre in seine Grenzen gewiesen werden!

    (Außerdem fand ich seine Witze auch noch ekelig und unappetitlich, mal ganz abgesehen von der Dimension der Frauenfeindlichkeit…)

    Ich möchte noch ein paar Worte schreiben, warum ich diese Diskussion hier wichtig finde: Es geht dabei nicht nur um den konkreten Fall, sondern solche “Herr Müllers” begegnen einem im Alltag immer wieder. Sie stehen nicht immer auf einer Bühne, aber Rassismen und Sexismen werden von ihnen gerne in “harmlose” Witze, Sprüche oder Kommentare verpackt. Kollektives Handeln gegen solche Diskriminierungen finde ich wichtig, denn als Einzelner fühlt man sich immer schlecht dabei, unbequem zu sein oder sich so “spießig” zu verhalten, etwas gegen einen Witz zu haben. Deshalb finde ich es wichtig, Handlungsmuster zu entwickeln, wie man mit solchen Situationen umgeht, und sich auszutauschen, damit man weiß, dass man nicht als einziger etwas gegen solche Einstellungen hat.

    Ich finde interessant, zu hören, was ihr darüber denkt- vielleicht bin ICH ja der Einzige, der ein Problem in dieser Art von Auftritt sieht, oder hier unnötig über-problematisiert?

    Herzliche grüße,
    Adrian

  5. Adrian  on Juli 6th, 2009

    Lieber Tobi/Sonja/Werner/Mel , werauchimmer:
    Wann ist denn bald? Man ist hier in Göttingen sehr gespannt auf Bild und Ton, und auch Helges Zeichnungen!

    Allerbeste Grüße,
    A


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